Mittwoch, 24. März 2010


1. g4!

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Freitag, 16. Januar 2009
Angenommen, man ginge nach seinem letzten Kurs am Freitagabend nach Hause, die Woche im Rücken und den Samstag vor der Brust, man böge ermattet zwar, gleichwohl erleichtert links in diese enge mittelalterliche Gasse am Dom ein; angenommen, dort schlenderten drei Frauen nebeneinander, an denen man sich möglichst berührungslos und vor allem rasch vorbeimogeln will, da man ein Ziel hat, nämlich den Kühlschrank, dem man am Morgen zwei Flaschen tschechischen Pilseners überantwortet hat; und angenommen, man vernähme aus den Reihen der Mittvierzigerinnen während des Überholvorgangs das Wort „Feuchtgebiete“ und entschlösse sich, das Tempo zu reduzieren, um noch eine Minute in Hörweite zu bleiben und ein wenig davon mitzubekommen, was das Volk über Charlotte Roche denkt, und die am wohlsten beleibte Dame erzählte ihren Begleiterinnen, daß sie das erwähnte Buch gerade lese, und zwar immer vor dem Essen, damit dieses schlechter schmecke: Müßte man das nicht aufschreiben?

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Dienstag, 6. Januar 2009
Möglicherweise begab es sich vor ungefähr fünftausend Jahren in der Gegend von Uruk am Euphrat*, ca. 300 km südlich von Bagdad, daß ein Kaufmann die Eingebung hatte, vielleicht zum Zwecke der Beweiserhebung, jedenfalls wohl zur Speicherung von Wissen das aufzuzeichnen, was er an Kamelen und Ziegen so den lieben langen Tag verkauft hatte. Er benutzte dazu eine Tontafel, in die er Bilder, (von ihm allerdings eher noch nicht) sog. Piktogramme, ritzte. Der Kaufmann gewann dadurch ein größeres Quantum freier Zeit, die er in feierabendliche Orgien gut anzulegen wußte, denn ihm genügte ein Blick auf seine Listen, um jederzeit darüber informiert zu sein, wieviel Stück Vieh er sein Eigen nennen durfte, alldieweil seine Händlerkollegen den ganzen Abend am Pferch sitzen und mühselig immer wieder nachzählen mußten. Es nimmt daher nicht wunder, daß die neue Technik sich ziemlich schnell in der Gegend herumsprach, und seither haben wir die beiden Salate, die wir a. Schrift- und b. Kneipenkultur nennen.

Die Rechnungen des Kaufmanns haben die Jahrtausende überdauert. Man kann sie heute noch lesen. Und wenn die Menschheit bei dieser bewährten Technik geblieben wäre und zum Beispiel auf die Entwicklung von Thermopapier verzichtet hätte, dann würde mir die Kassiererin des Apollo-Kinos heute abend sicher geglaubt haben, daß das, was ich nach einem halben Jahr des Im-Portemonnaie-in-der-Hinterntasche-mit-mir-Rumtragens zückte und ihr vorlegte, um kostenlos endlich an mein Quantum Trost zu kommen, eine Freikarte ist.





*So ganz genau kann man das natürlich eigentlich nicht sagen.
Fundiertes findet sich bei Harald Haarmann.

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Mittwoch, 21. Mai 2008
Udo ranlassen!
Das Leben ist schön, solange man kein Fernsehgerät besitzt, im Radio nur WDR 5 und den Deutschlandfunk einschaltet, gastronomische Betriebe, Kaufhäuser, öffentliche Verkehrsmittel, Schützenfeste, Mallorca und Kirchen meidet und die Soundkarte seines Rechners ausbaut. Dann ist man nämlich relativ geschützt vor Immissionen, die das persönliche Wohlempfinden weitaus mehr beeinträchtigen als Autoabgase oder überaltertes Frittenfett. Dann nämlich hat man Ruhe. Himmlische Ruhe.

Es sei denn, es steht ein Fußballgroßereignis an. Wenn das der Fall ist, hat es sich was mit ruhig. Dann schießen „Fußballhymnen“ aus dem Boden, die so grauenhaft unerträglich sind, daß man sich im Grabe rumdrehen wollte, wäre man denn bloß schon tot. Und Millionen Pilsköpfe rennen zum Mediamarkt und kaufen die gruseligen Lieder, und dann grölen sie Tag und Nacht den gleichen Sermon, und Milliarden Audi-Cabrios fahren offenen Verdecks in Kolonnen immer nur durch deine Straße, auf und ab, als gäbe es kein Morgen mehr, und sie haben die 100.000-Gigawatt-Anlage auf Anschlag und den mp3-Player auf Repeat, sie besamen deinen Gehörgang mit Hektolitern akustischer Gülle, die so ätzt, daß man sogar in Guantanamo vor ihrem Einsatz zurückschrecken würde. Man sehnt sich nachgerade in ein Land, in dem die Menschen schweigen, ein schönes Land fern von hier, eines wie das herrliche Nordkorea, aber eine Flucht ist unmöglich, denn Deutschland ist zugepflastert mit Beamern und Großbildleinwänden, von denen blöde Tierpuppen mit Leibchen in Landesfarben dich anglotzen und zum Weinen schief „Wiese Love Generation“ in-, nein: detonieren. Manchmal kommt es noch schlimmer und statt der Puppe hampeln Xavier Naidoo oder Hermann Grönemeyer auf der Bühne herum und reimen wirr und gucken irr; ein Anblick, der langanhaltend höllische Schmerzen verursacht. Dann verspürt man nur noch den Wunsch, bei Dignitas in Zürich anzurufen und einen baldigen Termin zu vereinbaren.

Wer hätte das gedacht, daß man einmal wehmütig an den Gott hab ihn noch lange nicht seligen Udo Jürgens zurückdenken würde, der damit angefangen hatte, unsere Nationalmannschaft mit Melodien auszustatten. An Lieder zum Thema, die zwar absichtsvoll simpel gestrickt, aber immerhin so eingängig waren, daß man sie bis heute im Ohr hat, und so gut, daß nicht einmal synaptisch gröber vernetzte Bolzer vom Schlage Katsche Schwarzenbecks oder Horst Hrubeschs sie zu zersingen in der Lage waren. Diese Symbiose Jürgens/Nationalelf zog sich von der heimischen Weltmeisterschaft 1974 („Fußball ist unser Leben“) über „Buenos dias, Argentina“ (1978), „Olé España“ (mit Michael Schanze, 1982) und „Mexico, mi amor“ (Peter Alexander, 1986) bis zum an braune Zeiten gemahnenden Invasionsklassiker zur WM in Italien, „Wir sind schon überm Brenner“ (1990). Das Ergebnis spricht für sich: Vier Finalteilnahmen, zwei Weltmeistertitel. Wahrlich, es gibt Schlimmeres.

Dann aber kam der Abstieg. Er kam mit – wie könnte es anders sein? – einem gewissen Hans-Hubert Vogts aus Korschenbroich. Der ließ für die WM 1998 ein Machwerk namens „Running with a dream“ in Auftrag geben, von dem heute niemand mehr weiß, wie und warum es geklungen hat; die Deutschen jedenfalls liefen einem Traum hinterher statt einem Ball, scheiterten im Viertelfinale jämmerlich an Kroatien und haben seitdem nie mehr einen Titel gewonnen. Und das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern. Jedenfalls nicht mit der Milchbubband Revolverheld, die das „offzielle Lied“ zur Europameisterschaft geschrieben hat. Die Lachnummer heißt „Helden 2008“, ist demnächst wahrscheinlich monatelang auf Platz eins der Charts und die Reime holpern ungefähr so: „Dieses Jaaaahr geht das Fußballwunder weiter. Wir sind daaaa und wir werden Europameister.“ Und erst recht nicht mit dem unsäglichen Pocher, der unsere armen Ohren mit pathetischem Geblubber („Das ganze Leben dauert 90 Minuten, es wartet nur auf Dich. Das ist meine Mannschaft, das sind meine Helden. Sie spielen nur für mich.“) malträtieren und uns überdies während der Übertragungen der Spiele als Moderatorenliebchen mit seinem verbalen Unrat zuschlammen wird. Auf Wochen werden wir keine Chance haben, all diesen Katastrophen zu entgehen. Die Ösis haben es da schon besser. Die können ja in dieser Zeit wenigstens zu den Kindern und Enkeln in den schallgeschützten Keller ziehen.

Nein, wenn Deutschland wieder eine Fußballmacht werden will, dann gibt es nur einen Weg. Wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang. Und wir müssen unser Lied zur Europameisterschaft in die Köpfe und Herzen der Menschen tragen:

Der Löw nicht und nicht Ballack sind unser Sieggarant.
Laßt Udo wieder schreiben für Volk und Völlerland!
Der Udo weiß alleine, wie ein EM-Song geht.
Zeit, daß sich was dreht. Zeit, daß sich was dreht.

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Sonntag, 13. April 2008
The postman always rings

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Montag, 28. Januar 2008


1 ... Kd7!

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Freitag, 5. Oktober 2007


1. Lc4!

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Freitag, 27. Juli 2007


1. ... Sxa2!

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Dienstag, 26. Juni 2007


1. ... e5!

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Samstag, 9. Juni 2007


1. Sd1! e4
2. Sd2!

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